Ginge es nach den Wohnwünschen der Deutschen, würden immer mehr Menschen auf das Land, in Kleinstädte oder an die Stadtränder ziehen. Die Stadtflucht oder zumindest die Flucht aus den Innenstädten hat begonnen. Sie zeigt, dass die Menschen nach bezahlbarem Wohnraum suchen und dafür auch gerne weitere Wege in Kauf nehmen.

Der neue Lieblingswohnort der Deutschen ist also das Dorf. Laut einer Umfrage die von Kantar im Auftrag der BHW Sparkasse durchgeführt wurde.

Die Diskussionen um die Immobilienblase in den großen deutschen Ballungsgebieten scheint daher für die meisten Deutschen gar nicht so relevant, wie es von der allgemeinen Presse gerne dargestellt wird. 60,3% der Bundesbürger würden nach Angaben in dieser Umfrage gerne auf dem Dorf bzw. dem Land oder in einer Kleinstadt wohnen. Rechnet man den Stadtrand noch dazu, würden 86,2% der Menschen also die Innenstadt als Wohnort meiden. Die Studie zeigt insbesondere, sortiert nach Demografie der Befragten, dass die 13% die gerne in der Innenstadt wohnen möchten, eher junge Menschen bis ca. 29 Jahre sind.

Die neue Stadtflucht: Aus der Stadt an den Stadtrand

Auch ist ein Trend deutlich zu erkennen: Menschen die in der Stadt leben, ziehen eher an den Stadtrand. Menschen vom Dorf bleiben eher ländlich orientiert. Die Stadtflucht hat vermutlich eher was mit der Wohnqualität und der Preise zu tun. In der Kleinstadt oder auf dem Dorf gibt es für das Geld meistens deutlich mehr Wohnraum, gerade für Familien ein wichtiger Punkt. Bisher wirkt sich die Umfrage aus dem Januar 2020 nicht auf die Immobilienpreise in den Ballungsgebieten aus. Ebenso wenig wie die Corona-Krise die Preise zum Fallen gebracht hat.

Wohnraum in den Innenstädten ist und bleibt vorerst weiterhin teuer.

Durch die bessere Anbindung von Kleinstädten, in Einzugsgebieten von Großstädten, ist auch in den Randlagen eine steigende Preisentwicklung zu erkennen. Wohnraum bezahlbar zu machen und zu halten, wird in der Zukunft weiter ein großes politisches Thema bleiben.

Deutschland hinkt beispielsweise im Bereich des privaten Eigentums im europäischen Vergleich hinterher. Fast 50% der Menschen in Deutschland mieten. Damit liegt Deutschland Europaweit gesehen auf dem Vorletzten Platz, bezogen auf eigenes Wohneigentum, im europäischen Vergleich. Die große Nachfrage nach bezahlbarem Wohneigentum und die niedrigen Zinsen werden im Moment eher die Preise weiter befeuern. Eine Trendwende kann hier nur auf politischer Ebene erzielt werden.


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